Migräne Kohlehydrat, Migräne Ernährung, Carena Barkawi
Migräne Kohlehydrat, Migräne Ernährung, Carena Barkawi
 

"Impfung" gegen Migräne?

CGRP-Blocker: Was steckt hinter dem neuen Ansatz? 

Immer wieder liest man von der sogenannten "Impfung" gegen Migräne. Ein Pieks und schon ist man immun gegen Kopfschmerzen? Zu schön um wahr zu sein! Ganz so einfach ist es leider nicht. Und ganz so wirksam leider auch nicht. 

 

Vorab ein paar Fakten zu diesem neuen Ansatz, der vielen Migränikern Hoffnung macht. Sind diese berechtigt?
 

  • Der Begriff Impfung ist irreführend, denn es geht um ein Medikament, welches man sich monatlich spritzen lässt oder sogar selbst spritzen kann.

 

  • Die momentan vorliegenden klinischen Ergebnisse zeigen, dass sich bei 50% der Patienten die Anfälle auf ca. 50% reduzieren. Die Hälfte der Hälfte bedeutet, dass sich die Wirksamkeit bei ca. 25% bewegt.

 

  • Die monatlichen Spritzen sind mit ca. 600-700 Euro relativ teuer. Die Medikation für ein Jahr beläuft sich also auf mindestens 8000 Euro. Ob die Kassen diese Kosten mittelfristig übernehmen werden, wird sich zeigen. Momentan bekommen es nur "ausgewählte Patienten" verschrieben. 


Doch worum geht es inhaltlich bei diesem neuen Ansatz?

 

Was sind CGRP-Blocker? Wie funktionieren sie? 

Was steckt hinter dem neuen Therapie-Konzept?

Bei dem neuen Behandlungskonzept mit dem Wirkstoff "Erenumab" geht es nicht um Schmerzlinderung der klassichen Art, sondern um einen präventiven Ansatz. Es geht nicht um ein klassiches Schmerzmittel, wenn der Schmerz schon da ist, sondern um Schmerzvermeidung. Man möchte die Migräne schon vor der Entstehung verhindern.

 

Es geht um eine neue Wirkstoffklasse und einen neuen Ansatz: Die sogenannten CGRP-Blocker! Was ist das?

 

Die Scherzklinik Kiel schreibt dazu: "Die neue Klasse von Arzneimitteln beruht auf Forschungsanstrengungen von über 30 Jahren. In den 1980er Jahren wurde entdeckt, dass CGRP eine wichtige Rolle bei der Migräne spielt. CGRP ist ein Nervenbotenstoff, der bei der Signalübertragung im Nervensystem bedeutsam ist und auch bei der Gefäßsteuerung, insbesondere der Gefäßerweiterung, eine wichtige Rolle einnimmt.

CGRP-Antikörper blockieren die Wirkung und können damit den Mechanismen der Entstehung der Migräneattacke vorbeugen. Die teilweise Blockierung von CGRP kann Migräneattacken verhindern, ohne die normalen Abläufe im Nervensystem zu stören. Die direkte Entwicklung von Arzneimitteln mit dem Ziel CGRP zu blocken zeigte sich zunächst nicht erfolgreich, da sie nicht eine ausreichende Verträglichkeit im Langzeitverlauf zeigte. In der Folge wurden daher Antikörper entwickelt, welche gegen die Zelloberfläche des CGRP-Moleküls wirken und die Funktion von CGRP hemmen. Die Halbwertszeit der Antikörper beträgt mehr als 4 Wochen." 

 

CGRP-Blocker binden selektiv an einem speziellen Rezeptor, und zwar den des "Calcitonin-Gene-Related-Peptide" (CGRP), und blockieren dieses. CGRP hat man im Verdacht, als entzündungsförderndes, sogenanntes "proinflammatorisches" Neuropetid stark gefäßerweiternd und zentral an der Schmerzauslösung sowie an der nerogenen Entzündung beteiligt zu sein.

Kurz gesagt heisst das: Die CGRP-Blocker sollen Entzündung und Gefäßreaktion, und damit das Schmerzgeschehen blockieren. Und zwar für jweils 4 Wochen. Soweit die Theorie. 

CGRP-Blocker: Sind die Hoffnungen berechtigt?

Die Hoffnungen auf einen großen Durchbruch in der Migräne-Therapie sind jedoch vielleicht verfrüht. Die bisherigen Einschätzungen - entgegen aller Marketing-Versprechen - klingen eher ernüchternd:

"Die bisher verfügbaren Daten zeigen, dass man nicht davon ausgehen darf, dass mit der neuen Immuntherapie die Migräne aufhört und man leben kann wie man will. Im Mittel erfolgt eine Reduktion der Kopfschmerztage um ca. 1-3 Tage pro Monat. Die Wirksamkeit ist damit im Mittel ähnlich wie bei den bisherigen vorbeugenden Medikamenten. Besondere Vorteile sind der schnelle Wirkungseintritt, die Verträglichkeit und das Ansprechen von Patienten, die durch andere Behandlung keinen Effekt erzielen konnten.“ kommentiert Prof. Dr. Hartmut Göbel, Chefarzt der Schmerzklinik Kiel, die neue Zulassung."

 

Seit Mitte Oktober 2018 liegen die ersten Patientenberichte zum Einsatz der neuen Wirkstoff-Klasse vor. Auch diese dämpfen die Hoffnung auf den großen Durchbruch:
 
"(...) Bei Peter S. war der Effekt zuerst sehr gut. Statt 17 Schmerztagen pro Monat hatte er nur noch sieben bis acht. Dazu keinerlei Nebenwirkungen. "Das macht es nicht weg, aber das hat es deutlich verbessert. Es ist ja auch eine Hoffnung, dass man mal von diesen Schmerzen wegkommt", sagt Peter S.. Doch im dritten Monat der Therapie werden seine Migräneattacken plötzlich wieder häufiger.(..)"
 

Wann kommt das neue Medikament auf den Markt?

Mitte 2018 ging es los! Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat den ersten CGRP-Blocker mit dem Wirkstoff ERENUMAB als Medikament "Aimovig" zur Migräneprävention Mitte Juli 2018 zugelassen und es ist in der Schweiz bereits verfügbar. 

 

Auch im österreichischen Markt ist AIMOVIG bereits erhältlich, wenn auch für "ausgewählte Patienten" - was immer das zunächst heissen mag. Bisher liegen lediglich Studienergebnisse vor.

 

Zitat aus der  Studie: "(...)"Aimovig senkt bei etwa 50 Prozent der Patienten die Häufigkeit der Migräne-Attacken um 50 Prozent und kann zudem die Schwere der Attacken reduzieren“ (…) Mit einer 70-Milligramm-Dosierung traf dies für etwas mehr als 43 Prozent der Patienten zu, in der Placebo-Gruppe waren es 26,6 Prozent. Bei einigen wenigen Patienten verschwinden die Attacken sogar ganz. Anderen wiederum kann der Antikörper überhaupt nicht helfen." (...)

 

Wie bereits weiter oben beschrieben, kann man bisher zusammenfassend sagen: Die Hälfte der Patienten hat um die Hälfte reduzierte Anfälle. Also Wirkungsgrad grob bei 25%. Die Kosten liegen bei ca. 600-700€ für eine Monatsspritze. Ob die Kassen die Kosten tragen wird sich noch zeigen.

Auch das Thema "Nebenwirkungen" wird sich wohl erst im Laufe der tatsächlichen Patienten-Anwendungen klären. Angeblich gibt es keine und beeinträchtigt den Patienten in keiner Weise. 

Wir beobachten das Thema weiter und berichten an dieser Stelle, sobald es weitere Anwendungsergebnisse "in vivo" gibt!

Kritische Betrachtung der "Impfung gegen Migräne"

Die Erfolgs-Definition des neuen Ansatzes, der neuen Wirkstoffklasse bzw. des Medikamentes basieren auf kaum objektivierbaren Zahlen, Daten, Fakten.

Die Hauptproblematik besteht darin, zunächst festzustellen, wie viele Migräne-Tage ein Migräne-Betroffener im Durschnitt pro Monat hat. Ich kenne keinen einzigen Betroffenen, bei dem es hier eine feste und regelmäßge Anzahl von Tagen gibt! "Jeden Monat immer durchgehend und fix 20 Tage" entspricht nicht der Realität.  Deshalb ist die konkret durch das Medikament hervorgerufene Reduktion der Schmerztage nur schwerlich repräsentativ und monokausal festzustellen.

 

Letzteres ist besonders schwierig und würde einen komplexen Versuchsaufbau über einen langen Zeitraum erfordern, denn eine solche Anwendungsbeobachtung müsste "Ceteris Paribus" erfolgen, also ohne jegliche Veränderungen der Variablen wie z.B. der Ernährung, der Lebensweise, der Uhrzeit abends ins Bett zu gehen, der Schlafqualität, der Hormone, des beruflichen Umfeldes, des Stresslevels...und...und...und.

 

Nur wenn all das komplett stabil und konsistent bleibt, kann man ansatzweise einen Rückschluss auf den Erfolg des Medikamentes ziehen und den reinen Zufall ausschließen, aufgrund dessen der Patient vielleicht in diesem Monat gerade weniger Anfallstage aufweist. Schwieriges Unterfangen...! 

 

Insofern ist auch die ernüchternde Aussage auf der Seite der Schmerzklinik Kiel lediglich als "näherungsweise" anzusehen: "(...) Bei den anderen Patienten wird eine Reduktion der Migränetage pro Monat um ca. 1-3 Tage erreicht.(...)" Link

Impfung gegen Migräne in Kombination mit anderen Maßnahmen: Einen Versuch wert? Absolut!

Diverse Stimmen aus Forschung und Wissenschaft weisen jedoch schon vorsorglich darauf hin, dass die üblichen Empfehlungen für Migräniker dennoch ihre Gültigkeit behalten.

 

" (...)  Ein komplexes Behandlungskonzept, das sowohl Verhalten, Wissen, Lebensanpassung, Akuttherapie und medikamentöse Therapie umfasst, ist daher erforderlich(...)".

 

Durch die "Impfung" wird die Migräne weder verschwinden noch wird der Körper Migräne-fördernde Ernährung klaglos hinnehmen. Die Kombination aus vorbeugenden Massnahmen, darunter möglicherweise auch das Medikament Aimovig, sowie aus migräne-vermeidender Ernährung und migräne-vermeidendem Verhalten wird in Summe erfolgreich sein! 

Die Hauptursache vieler Migräne-Anfälle ist nach wie vor ein stark schwankender Blutzucker und die darauf folgende Ausschüttung großer Mengen Adrenalin. Diese Problematik wird mit oder ohne monatliche Spritze bleiben! Mehr dazu im Detail hier

 

"Wer die Blutzucker-Achterbahn zum Stillstand bringt, hat in vielen Fällen schon gewonnen und ist weitgehend schmerzfrei!"

 

Mehr zu diesem Ernährungskonzept finden Sie Buch "Die Grissini-Falle - Endlich ohne Migräne" und auf dieser Webpage, beispielsweise zum Thema "Regelmäßig essen - bloß nicht!"

Jetzt auch als Taschenbuch:

Regelmäßig essen hilft gegen Migräne? Nein, bloß nicht! Mehr Info

Neues Info-Spezial!

Impfung gegen Migräne: Was steckt hinter dem neuen Ansatz? Mehr Info

Wie fühlt sich Migräne an?

"So manches Mal wollte ich den Halbgöttern in Weiß mit ihren unsinnigen Stress-Diagnosen und den Hollywood-Filmemachern, die "Migräne" als vorgeschobene "Sex-Verhinderungs-Strategie" ins Lächerliche ziehen, ins Gesicht schreien:

 

"Esst das nächst Mal in der Eisdiele drei Kugeln Eis innerhalb von 60 Sekunden. Und das, was Ihr dann für wenige, aber kaum auszuhaltende Momente spürt, ist das, wovon Migräne-Patienten reden, wenn sie 24 Stunden vor Schmerzen kotzen..."

100% werbefrei!

 

Übrigens: Diese Seite ist zu 100% werbefrei, Sie sehen KEINE Werbebanner, Sie finden KEINE Hinweise auf Medikamente o.ä. oder Kaufempfehlungen.

 

Auch besteht KEINE Nähe zu pharmazeutischen Unternehmen, die sich gern - als Betroffene getarnt - auf Selbsthilfeseiten tummeln, diese finanzieren oder sogar betreiben.

 

Diese Seite dient ausschließlich Ihrer Information, ist kostenlos und privat finanziert aus dem Verkauf des Buches!

 

Daily Migräne-News:

Warum uns Obst fett, krank und Migräne macht: Jeden Tag 5x Obst - so lautet die Empfehlung nahezu aller Ärzte und Ernährungs-ratgeber. Für Migräniker, aber auch für Menschen, die ständig mit den Pfunden kämpfen, definitiv kein guter Ratschlag. Lesen Sie hier warum nicht:

http://bit.ly/1WT5hVx

Wieder ein Beleg dafür, dass weibliche Hormone höchst gefäßwirksam sind und somit starke Auswirkungen auf das Migränegeschehen haben können:

http://www.wissenschaft.de/…/journal_cont…/56/12054/1039966/

Hier guter Überblick, Liste
KH-freier Lebensmittel, Rezepte und vieles mehr!

Hilft Botox gegen Migräne?

Was ist dran am Hype um Botox gegen Migräne? Unter welchen Bedingungen kann es tatsächlich helfen? Eine kritische Betrachtung lesen Sie hier!

Rezepte - No Carb, aber trotzdem lecker!

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Juni 2017: Toller Podcast zum Thema Migräne!

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