Endlich ohne Migräne
Endlich ohne Migräne 

Migräne + Hochsensibilität: Wie hängt das zusammen?

Hochsensibilität: Sinne geschärft, Wahrnehmungs-Filter abgeschaltet

  • Hochsensibilität ist keine Krankheit, sondern ein komplexes Phänomen, das Fluch und Segen zugleich sein kann.

 

  • Hochsensibilität ist weder Esotherik oder Einbildung, noch sind die Betroffenen "Sensibelchen".

 

  • Hochsensibilität ist viel komplexer als die simplen Fragen der HSP-Tests im Internet glauben lassen. 

 

  • Die extreme Wahrnehmung führt bei vielen Betroffenen zur Erschöpfung, weil der "Prozessor" im Gehirn permanent unter Volllast läuft. 

 

  • Migräne und Hochsensibilität treten vielfach parallel auf. Was hat Migräne mit Hochsensibilität gemeinsam? Was können Betroffene tun? 

Adrenalin macht uns scharf! Nein, nicht im sexuellen Sinne, sondern Adrenalin schärft unsere Sinne. Das Licht ist zu hell, die Geräusche zu laut und vom Rasierwasser des Kollegen könnte man sich erbrechen. Temporäre Hochsensibilität kennen wir Migräniker nur zu gut. Während eines Anfalls ist oft alles unerträglich. 

 

Aber es gibt Menschen, die haben diesen Zustand mehr oder weniger immer. Eine Vermutung ist, dass diese erhöhte naturgegebene Sensitivität durch einen erhöhten Adrenalinspiegel verstärkt wird. Denn: Adrenalin schärft unsere Sinne für "Fight or Flight", das von der Evolution angelegte, Millionen Jahre alte Muster von Kampf oder Flucht!

 

Das war durchaus sinnvoll, wenn einem in grauer Vorzeit ein Säbelzahntiger gegenüber stand. Heute ist Adrenalin gut und richtig in Situationen in den man schnell reagieren muss, z.B. bei einem Beinahe-Unfall. 

 

Viele Menschen haben aber auch ohne derartige Situationen einen permanent erhöhten Adrenalinspiegel. Und hier geht es weniger um die alte Leier von "Stress". Vielmehr geht es um unsere "gesunde" Ernährung mit sehr viel Obst, Obstsäften, Schokomüsli, Caramell Latte, Sushi & Co.. 

 

Diese  führt bei empfindlichen Menschen zu einer Blutzucker-Achterbahn, an deren Ende - oft jede Stunde! - ein tiefes Unterzucker-Loch steht. (Mehr Info dazu auf dieser Sonderseite)

 

Und genau dann tritt das Adrenalin auf den Plan. Durch Adrenalin nehmen wir Geräusche auf einmal lauter wahr, Licht erscheint heller, Gerüche erscheinen plötzlich unerträglich, man wird mit Reizen überflutet, weil das archaische Programm im Gehirn von einer massiven Bedrohung ausgeht und versucht, alles vermeintlich Bedrohliche schnellstmöglich zu erfassen. 

 

Hochsensibilität: Sinne geschärft und Wahnnehmungsfilter abgeschaltet

 

Diesen Status Quo haben viele von uns dauerhaft, viele nehmen es aber besonders wahr, kurz bevor das Gewitter im Kopf bzw. die Migräne beginnt. Viele können dann das After-Shave des Kollegen auf einmal nicht mehr ertragen, die Stimmung im Büro kann manch einer fühlen, als würde ein Kinofilm vor dem inneren Auge ablaufen, die Stimme der Nachbarin wird unerträglich, das Gezappel der eigenen Kinder macht wahnsinnig... 

 

Dieses Phänomen hat den Namen "Hochsensibilität". Was hat Hochsensibilität mit Migräne zu tun, und was kann man gegen die unangenehmen Begleiterscheinungen wie z.B. die Migräne tun? Viel! Viele Hochsenible sind Migräniker, und viele Migräniker sind hochsensibel. Und das ist kein Zufall!

 

Hier gibt es durch das Thema Adrenalin, Unterzucker & Co. eine starke Verbindung, die vielleicht nicht jedem Betroffenen bewußt ist. Adrenalin im Alltag zu steuern ist nahezu unmöglich. Weder lässt sich ein Beinahe-Unfall mit einer extrem hohen Adrenalin-Ausschüttung vermeiden, noch der Streit mit dem Chef. Aber auch Ernährung triggert Adrenalin. Und hier können wir sehr bewußt ansetzen.

 

Mehr dazu auch im informativen und interessanten Podcast, Carena Barkawi im Interview mit Jean Christoph von Oertzen:

Hochsensibilität: Weit mehr als nur "Sensibelchen"...!

Hochsensibilität ist weit mehr als nur 'sensibel' auf äußere oder innere Reize zu reagieren. Es ist ein Gesamtbild, dass sich ergibt, wenn man verschiedene Situationen vergleicht mit Menschen, die nicht hochsensibel sind. Ein paar Beispiele:

 

Einem normal sensiblen Menschen würde nicht auffallen, wenn sich etwas in seinem peripherem Sichtfeld verändern würde. Ein Mensch mit Hochsensibilität nimmt 24/7 beinahe 360° um sich herum wahr.

 

Ein normal sensibler Mensch würde nicht das Gefühl  haben, dass etwas anders ist als sonst, nachdem jemand den Spiegel im Flur aus Versehen um ein paar Zentimeter verschoben hat.

 

Ein normal sensibler Mensch würde den neben ihm an der Ampel stehenden Fremden nicht wahrnehmen, der Hochsensible kann noch am Tag danach dessen Kleidung und Gesichtszüge beschreiben. 

 

Hochsensible haben oft extrem komplexe Gedankengänge, weil sie unendlich viele Kriterien wahrnehmen und Abwägungen treffen. Geräusche, Gerüche, Bilder, Töne, Gefühle etc. werden ungefilter, aber eben auch ungefiltert und nicht priorisiert ins Gehirn geleitet.

 

Hochsensiblen Menschen ist es oft wichtiger, dass sich andere wohlfühlen, denn sie fühlen und übernehmen oft deren Gefühle. Eine Betroffene schrieb dazu in einem Forum:

 

„Du es nicht verstehst, dass es mir egal ist, was wir tun, weil es für mich viel mehr wiegt zu wissen, dass Du Dich dabei wohlfühlst, als zu tun, worauf ich WIRKLICH Lust habe, weil ich auch weiß, dass du darauf keine Lust haben wirst und ich mit dem Wissen deshalb auch keine Lust mehr daran haben werde."

 

Betroffene finden nachts oft keine Ruhe, weil Gedanken ihr Hirn überfluten. Hochsensibilität ist viel komplexer als die simplen Fragen aus den HSP-Tests im Internet glauben lassen. Vor allem aber führt die extreme Wahrnehmung bei vielen Betroffenen zur Erschöpfung, weil der "Prozessor" im Gehirn permanent unter Volllast läuft. 

Hochsensibilität: Wie ein Computer mit 20 gleichzeitig geöffneten Fenstern

Hochsensibilität ist eine Laune der Natur, über deren Zweck man nur Vermutungen anstellen kann. Man schätzt, dass 10-20% der Bevölkerung hochsensibel sind. Und auch in der Tierwelt gibt es dieses Phänomen, zahlenmäßig übrigens ähnlich gelagert wie bei den Menschen:

 

Bei Ziegen auf dem italienischen Vulkan Ätna beispielsweise gibt es einen kleinen Anteil hochsensibler Tiere, die in der Lage sind, einen Vulkanausbruch im Vorfeld bereits zu fühlen und damit die anderen Tiere der Herde rechtzeitig zu warnen. Möglicherweise hat die Natur den Hochsensiblen unter den Menschen einen ähnliche Funktion zugedacht?

 

Das Gehirn Hochsensibler nimmt wesentlich mehr auf, als die Gehirne nicht-hochsensibler Menschen. Die Sinne sind permanent geschärft, die Wahrnehmungsfilter abgeschaltet. Geräusche, Gerüche, Bilder, Töne, Gefühle etc. werden komplett ungefiltert sowie ohne Priorisierung ins Gehirn geleitet und überfluten den hochsensiblen Menschen. Wie kann man sich das vorstellen?

 

Wenn man einen Eimer mit dicken Kieselsteinen befüllt, ist dieser Eimer mit einer bestimmten Anzahl von Steinen randvoll. Das entspricht dem Gehirn eines nicht-hochsensiblen Menschen. Zwischen den Kieseln ist jedoch noch eine Menge Platz für Sand in großer Menge. Und hat man den Sand eingefüllt, lassen sich noch problemlos viele Liter Wasser hinzufüllen...Genau das ist die Situation Hochsensibler!

 

Ein normal sensibler Mensch sitzt in einem Restaurant seinem Gesprächspartner gegenüber und kann sich mühelos auf diesen fokussieren. Ein Hochsensibler hört unfreiwillig auch die Gespräche an den Nebentischen, sieht die schiefen Bilderrahmen, riecht das Parfum der Kellnerin und den kaputten Reißverschluss am Rock der Kellnerin, schmeckt das Spülmittel im Weinglas, fühlt das kratzige Etikett im eigenen Hemd, und...und...und...

Hochsensibilität: Der Prozessor läuft permanent auf Hochtouren!

Alle Sinne sind alarmiert und arbeiten parallel - 24 Stunden am Tag! Wie bei einem Computer, bei dem man 20, 30, 40 Fenster gleichzeitig geöffnet hat, arbeitet der CPU auf Hochtouren. Kommt ein erhöhter Adrenalin-Spiegel durch Unterzuckerung hinzu, steht manch ein Hochsensibler kurz vor dem Wahrnehmungs-Kollaps. 

 

Hochsensibilität sollte jedoch keinesfalls als Krankheit gesehen werden, genauso wenig wie als esotherischer Unfug oder 'Einbildung'. Manch ein Betroffener hat sicherlich schon mehrfach "Stell Dich nicht so an!" gehört und fühlte sich damit höchst ungerecht behandelt. Hochsensibilität ist Fluch und Segen zugleich!

 

Wie also kann man die Gabe der Hochsensibilität nutzen, ohne die negativen Begleiterscheinungen, ohne die extremen Ausprägungen und die oft belastenden Wahrnehmungsspitzen?

 

Viele Migräniker profitieren von einer Senkung des Adrenalin-Spiegels und sind mit einem stabilen Blutzuckerspiegel und einem niedrigen Adrenalin-Spiegel weitgehend Migräne-frei. Ähnliches lässt sich bei Hochsensibilität beobachten: Ein stabiler Blutzucker bzw. die Vermeidung der Blutzucker-Achterbahn vermeidet Adrenalin-Spitzen und damit einhergehende Wahrnehmungs-Extreme. (Mehr dazu hier)

 

Denn, wie eingangs gesagt: Adrenalin macht uns scharf. Es schärft die Sinne - bei Hochsensibilität bis ins Unerträgliche. Und genau das lässt sich bei vielen Betroffenen durch eine Stabilisierung des Blutzuckerspiegels - wie z.B. durch entspannte, aber bewusste Low-Carb-Ernährung - soweit eindämmen, dass das Positive der Hochsensibilität zum tragen kommt, ohne die belastenden, manchmal unerträglichen Begleiterscheinungen!
 

(Mehr zum Thema Blutzucker-Achterbahn, Adrenalin-Ausschüttung und Migräne auf dieser informativen Sonderseite: Migräne - Was sind die Ursachen?)

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"So manches Mal wollte ich den Halbgöttern in Weiß mit ihren unsinnigen Stress-Diagnosen und den Hollywood-Filmemachern, die "Migräne" als vorgeschobene "Sex-Verhinderungs-Strategie" ins Lächerliche ziehen, ins Gesicht schreien:

 

"Esst das nächst Mal in der Eisdiele drei Kugeln Eis innerhalb von 60 Sekunden. Und das, was Ihr dann für wenige, aber kaum auszuhaltende Momente spürt, ist das, wovon Migräne-Patienten reden, wenn sie 24 Stunden vor Schmerzen kotzen..."

100% werbefrei!

 

Übrigens: Diese Seite ist zu 100% werbefrei, Sie sehen KEINE Werbebanner, Sie finden KEINE Hinweise auf Medikamente o.ä. oder Kaufempfehlungen.

 

Auch besteht KEINE Nähe zu pharmazeutischen Unternehmen, die sich gern - als Betroffene getarnt - auf Selbsthilfeseiten tummeln, diese finanzieren oder sogar betreiben.

 

Diese Seite dient ausschließlich Ihrer Information, ist kostenlos und privat finanziert aus dem Verkauf des Buches!

 

Daily Migräne-News:

Warum uns Obst fett, krank und Migräne macht: Jeden Tag 5x Obst - so lautet die Empfehlung nahezu aller Ärzte und Ernährungs-ratgeber. Für Migräniker, aber auch für Menschen, die ständig mit den Pfunden kämpfen, definitiv kein guter Ratschlag. Lesen Sie hier warum nicht:

http://bit.ly/1WT5hVx

Wieder ein Beleg dafür, dass weibliche Hormone höchst gefäßwirksam sind und somit starke Auswirkungen auf das Migränegeschehen haben können:

http://www.wissenschaft.de/…/journal_cont…/56/12054/1039966/

Hier guter Überblick, Liste
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